Im Jahre 1992 war der U-Bahnbau in der Innenstadt beendet und die Straßenbahn, die bislang die Haupteinkaufsstraße Königstr. befuhr, verschwand aus dem Stadtbild. Nachdem auch die Gleise entfernt wurden war Platz für 6 neue Brunnen, die die neue Brunnenmeile bilden.

Bereits 1983, nachdem der Straßenverkehr aus der Königstraße verbannt wurde, legte der Brunnen "Ohne Titel" von André Volten, direkt am Einkaufszentrum Averdunk und dem Haus Duisburg, dem früheren Kalderoni-Hochhaus, gelegen, den Grundstein für die spätere Brunnenmeile. Drei versetzte Edelstahlzylinder werden von oben herab von Wasser umspült. Die Elemente Stahl und Wasser erinnern dabei an die bedeutenden Wirtschaftszweige Duisburgs, die Stahlproduktion und den Hafen. Im Volksmund wird der Brunnen auch Waschmaschine genannt, da jemand kurz nach der Fertigstellung eine Packung Waschpulver in den Brunnen warf.

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Nur wenige Meter weiter begegnet uns der zweite Brunnen, die 1986 errichtete "Wassermühle" von Otmar Alt. Aus dem Wasser erheben sich Bronzeskulpturen, die Tieren und Pflanzen gleichen und Wasserfontänen speien. Im Volksmund wird der Brunnen aufgrund seiner Form auch "Kaffeemühle" genannt.

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Etwas weiter, vor der alten Mercatorhalle gelegen, trafen wir auf die "Mercatorkugel" von Friederich Werthmann. Bereits 1965 gestaltete der Künstler die stilisierte Weltkugel aus Stahl als eine Hommage an Duisburgs berühmten Kartografen Gerhard Mercator, sie stand jedoch zunächst auf der Wiese vor der Mercatorhalle. Erst nach Umgestaltung der Königstraße wurde sie 1993 ihrer eigentlichen Bestimmung gemäß mit einem flachen Wasserbecken versehen und in die "Brunnenmeile" integriert. Wegen der Baustelle Forum Duisburg wurde die Mercatorkugel abmontiert und der Brunnen stillgelegt. Ob und wo die Mercatorkugel wieder aufgestellt wird ist noch nicht entschieden.

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Direkt vor dem Zentralgebäude der Sparkasse gelangen wir zum "Stadtbild", einer aus Beton und rotbrauner Keramik von Ulf Hegewald 1991-1993 gestalteten Wasserlandschaft, die das Stadtbild Duisburgs verkörpert. Leider ist der künstlerische Ansatz nur schwer zu erkennen, dafür haben Kinder viel Spaß mit der 1 m hohen "Wasserwand", die sich über das Stadtbild ergießt.

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An der Kreuzung mit der in diesem Teil auch fußläufigen Düsseldorfer Straße sieht man schon von weitem eine der Hauptattraktionen Duisburgs, den 1991 - 1993 aus Polyester mit Teflonfarbbeschichtung errichteten 7,20 m hohen "Lifesaver"-Brunnen von Niki de Saint Phalle. Der adlerähnliche Vogel, an den sich eine weibliche Figur klammert, steht mit ausgebreiteten Armen auf einem aus lackiertem Stahl aus Industrieabfällen von Jean Tinguely errichteten Sockel, mit dessen Hilfe sich das Fabelwesen in der warmen Jahreszeit rhythmisch nach links und rechts bewegt und dabei Wasserkaskaden in den Brunnen, und manchmal bei Wind auch darüber hinaus spritzt. Das teure Kunstwerk war in der Bevölkerung lange sehr umstritten und wird in Anspielung auf die Haushaltslage der Stadt auch "Pleitegeier" genannt.

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In der Nähe der gläsernen Pavillons steht der 1991 - 1993 von Thomas Virnich aus Stahl und Ziegel auf einem Betonkern errichtete Brunnen "Schiffsmasken". Inspiriert durch den Hafen zeigen die drei Skulpturen die Frontalansicht von Schiffen, ähneln aber auch Masken oder gotischen Häusergiebeln.
Die Form der Masken wiederholt sich in der Linienführung des Brunnens wie 2 Schatten.

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Etwas abseits der Brunnenmeile entdecken wir - wie könnte es anders sein in einer Stadt mit so viel Wasser - weitere Brunnen. Zwischen den zwei Teilen der Einkaufsstraße Sonnenwall liegt der Friedrich-Wilhelm-Platz. In seiner Mitte, von Platanen umsäumt, lenkt der Brunnen "Skulptur für Duisburg", 1992 von Wasa Marjanov aus Edelstahl in einem Marmorbecken errichtet, die Blicke der Passanten auf sich. Zusammen mit dem Wasser bilden Zylinder und Kegel, Terrassen und Treppen ein vielfältiges Formenspiel.

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Ein paar Schritte
weiter den Sonnenwall hinunter finden wir Männeken Pis. Der als Sohn eines Kutschers in Ruhrort geborene Prof. August Kraus (1868-1934), dessen Werke u.a. in Berlin, Baden-Baden und Düsseldorf (die "Sandalenbinderin") stehen, stellte die 90 cm hohe Bronzeskulptur eines urinierenden Knaben 1908 her. Es handelt sich übrigens nicht um eine Kopie aus Brüssel, sondern sein Sohn stand Modell. Die Ruhrorter lehnten das Geschenk ihres berühmten Sohnes aus "Sittlichkeitsgründen" ab. So wurde es 1952 in einer Brunnenschale errichtet und im Tonhallenpark, gegenüber dem Stadttheater und dem Duisburger Hof, aufgestellt. 1960 musste es dem Bau der Mercatorhalle weichen und wurde fortan zwischen Hecken, Gebüsch und Unrat am Ostausgang des Hauptbahnhofs versteckt. Seit April 1992 zieht es auf dem als Fußgängerzone ausgebauten Sonnenwall wieder die Blicke auf sich.

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Unter den Platanen des Burgplatzes, direkt vor dem Duisburger Rathaus, liegt fast versteckt der im Stil des Historismus 1878 von Stadtbaumeister Gerhard Schülke entworfene und vom Düsseldorfer Bildhauer Joseph Reiß aus Sandstein modellierte Mercator-Brunnen, der an den großen Sohn der Stadt erinnert. Der in den Niederlanden 1512 geborene Gerhard Kremer, im Stil der damaligen Zeit Mercator genannt, lebte als Geograph und Kosmograph von 1552 bis 1594 in Duisburg und schuf vor allem die große Seekarte, deren 300. Jahrestag der Anlass für diesen Brunnen bildete, und die nach ihm benannte Mercator-Projektion der Weltkarten. Zwischen den wasserspeienden Delfinen symbolisieren die Kinderfiguren an den Ecken Wissenschaft, Schifffahrt, Handel und Industrie.

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Der Triton- oder Delfin-Brunnen wurde ursprünglich für den Rathaus-Durchgang entworfen und stand dort bis 1971. An drei der sechs Ecken des Beckens klettern Schildkröten und Echsen empor. Der mehrere Meter hohe Pfeiler trägt einen Fisch aus Bronze, auf dem ein Knabe reitet. Triton, im griechischen Mythos ein Meeresdämon, ist das männliche Gegenstück zur Meerjungfrau. Im Falle der Brunnenfigur wird er als Kind dargestellt, die Füße als schuppige Flossen und in der Hand den Dreizack, das Attribut der Meeresgötter.

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Gegenüber dem Hauptbahnhof, direkt vor der Industrie- und Handelskammer, steht der auch von Schimanski als Treffpunkt bekannte IHK-Brunnen. Finanziert aus Spenden der Mitglieder wurde er im September 1958 anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Niederrheinischen IHK eingeweiht. Der von Prof. Zolten Szekessy aus Basalt und Stahl errichtete Brunnen mit Säule und diagonal davor gestelltem goldfarbenen Anker gilt als Symbol für das Himmelwärtsstrebende und das Erdverhaftete. Der Anker hat eine Länge von 6 m, die Säule erreicht eine Höhe von 9,5 m.

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(c) 2006 Heinz Pischke, Duisburg