Abriss Karstadt und Spaeter


Ähnlich wie dem Gelände der ehemaligen Mercatorhalle erging es auch der Fläche des früheren Güterbahnhofs. Erstklassige Lage direkt am Hauptbahnhof, eigene Autobahnabfahrt, 

citynah, war es unter dem Namen "Multi Casa", also "viele Häuser" als Outlet-Center geplant. Dann ergab ein Architektenwettbewerb ein futuristisches Einkaufszentrum, das dem CentrO Konkurrenz machen sollte. Ob das gelungen wäre? Jedenfalls entschied sich der Rat 

letztendlich dagegen und für eine innerstädtische Lösung. Das war der Startschuss für das Forum Duisburg.

 

Ein 57.000 m² großes Einkaufszentrum wurde geplant - Marktplatz mit Einzelhandels- und 

Gastronomiefläche. Das Karstadt-Warenhaus einschließlich der unterirdischen Markthalle und ein Komplex zwischen Am Buchenbaum, Tonhallenstraße, Friedrich-Wilhelm-Straße, Börsen- und Claubergstraße wurde abgerissen und anschließend mit dem Forum Duisburg bebaut. Der Projektentwickler stellte sich einen "Marktplatz für die Stadt" vor, eine Drehscheibe für den lokalen und überregionalen Handel.

 

Das Forum mit den Ankermietern Karstadt, C & A und Saturn sollte den Besucher von der Königstraße in einen weitläufigen Innenbereich führen - quasi einer überdachten Erweiterung der Fußgängerzone. Die Wege sollten in einem Rundkurs um einen inneren Ladenkern führen. Also eine Ergänzung der Innenstadt, nicht eine "Neue Mitte".

 

Das geplante Forum wurde in das Innenstadtmodell im Stadthaus eingesetzt. Sehr schön kann man die Philosophie erkennen, wie aus vielen Teilen ein Ganzes wird. Die vollen Ausmaße des Einkaufszentrums können dort allerdings gar nicht richtig erkannt werden, da das Modell etwa in Höhe der Börsenstraße endet.

 

Am 07.09.2005 lud der Investor AM Development zur Abrissfeier auf das Spaeter-Gelände - 

leider nur für geladene Gäste. Das Fußvolk - etwa 10 Personen standen an der Einfahrt - musste draußen bleiben und wurde streng bewacht. Nach den obligatorischen Reden schwang sich OB Adolf Sauerland - unter den kritischen Blicken von NRW-Ministerpräsident Rüttgers - in einen bereitstehenden Bagger und begann mit den Abbrucharbeiten.

 

Die weiteren Arbeiten spielten sich zunächst überwiegend unsichtbar innerhalb des Karstadt-Gebäudes ab, während auf der Königstraße Versorgungsleitungen verlegt wurden. Die Straße Am Buchenbaum wurde gesperrt und ein Teil eines Gebäudes dort abgerissen, damit der anfallende Bauschutt über das Spaeter-Gelände abtransportiert werden konnte.

 

Anfang Januar 2006 wurde dann das Karstadt-Gebäude abgerissen. Auf der Claubergstraße wurde derweil eine denkmalgeschützte Hausfassade abgestützt.

 

Am 10.01.2006 stand nicht mal mehr die Hälfte des Karstadt-Hauses. lediglich die Front an der Tonhallenstraße stand noch. Am 14.01.2006 warteten die letzten Reste des einstigen Einkaufsparadieses  auf den Abriss, 4 Tage später war vom Karstadt-Haus nichts mehr zu sehen.

 

30.01.2006 - die Reste der ehemaligen Markthalle wurden in mühevoller Kleinarbeit beseitigt. Im Februar und März 2006 wurde das Spaeter-Haus abgerissen. Die Bilder vom Juni 2006 zeigen die Baustelle, auf der danach das Forum Duisburg entstand.