Villen Bliersheim


Mitten im Logport in Rheinhausen scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Anfangs des letzten Jahrhunderts sollten die leitenden Angestellten der Friedrich-Alfred-Hütte nahe beim Hüttenwerk wohnen - deshalb wurde im ehemaligen Dorf Bliersheim zwischen 1903 und 1910 eine Villenkolonie im englischen Landhausstil mit Jugendstilelementen gebaut. Kein Objekt glich dem anderen. Neben der Villa des Direktors wohnten die Betriebschefs in 7 - 8-Zimmer Villen, während die Betriebsassistenten in Doppelhäusern nahe dem Werk untergebracht waren. Bis in die 1950er Jahre bestand Residenzpflicht, danach zogen die leitenden Angestellten in schönere Gegenden. Die Villen in der Nähe des Krupp-Werks verfielen zusehends, während das Werk komplett demontiert wurde und auf dem Gelände ein Zentrum für Logistikunternehmen entstand.

 

Mittlerweile wurden bereits einige der 9 unter Denkmalschutz stehenden Villen restauriert und für gewerbliche Zwecke genutzt. Das "Kruppsche Casino" - einst als Restaurant auch für die Bewirtung der Gäste benutzt - steht heute wieder als Casino Bliersheim als Restaurant und Eventlocation zur Verfügung. Auch die übrigen Villen sollen an Investoren verkauft werden, damit sie wieder instand gesetzt werden.